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Wer ist schon mutig

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„Wir kennen unsere Angst und was machen wir nun? Wir stehen auf! Wir stehen auf und werden stärker!“ – Natsu Dragneel, Fairytale

Was macht für euch der Begriff „mutig sein“ aus?
Diese Frage habe ich vor ein paar Tagen bei Instagram in der Story gestellt und ich habe so viele Nachrichten bekommen.
Und ich dachte mir, ich erkläre euch mal, was das mit mir gemacht hat.

Aber von vorne.
Dieses Jahr ist einfach nicht so wundervoll wie ich es mir ausgedacht habe. Die Norwegen Reise wird immer weiter nach hinten geschoben (hey, das ist okay). Aber auch generell lache ich dieses Jahr weniger als letztes Jahr und doch auch wieder nicht.
Klingt merkwürdig oder?
Für die einen bin ich ruhiger geworden, ernster, nicht mehr so flappsig wie vorher. Für die anderen bin ich nach wie vor ich.
Und für mich selber?
Ja, ich bin ruhiger geworden. Ich denke mehr übers das Leben nach. Was ich noch machen will. Was meine Pläne sind. Wie ich diese erreichen kann. Lache ich also weniger? Eigentlich nicht, ich lache einfach nur noch bewusster über Sachen und nicht mehr über alles.

Als der Jahreswechsel anstand habe ich mir vorgenommen mutiger zu sein (lustig, dass es mich ein halbes Jahr später noch verfolgte).
Ich wollte mehr. Mehr von allem.

Aber was bedeutet das. Mutig sein?
Eure Antworten waren wunderbar. Teilweise so ähnlich und dann doch wieder unterschiedlich.

„Ehrlich sagen, was man denkt, auch wenn das mal nicht schön ist“
„Widerworte geben, wenn es richtig ist!“
„Die eigene Meinung vertreten, ohne sich Gedanken machen, eine Ablehnung zu kassieren“


Das gehört für mich zum mutig sein definitiv dazu. Zu sagen was man denkt. Egal ob schön oder nicht schön. Manchmal muss man einfach ausbrechen aus dem Strom und muss sagen, was einem im Kopf rumschwirrt. Egal ob der Gegenüber es hören will oder nicht. Ob derjenige es gut findet oder nicht.
So einfach ist es nur leider nicht immer. Bekommt man vermittelt: Hey sag mir offen deine Meinung und du tust es dann. Was passiert in 90 % dieser Fälle. Genau, du stößt auf Ablehnung. Auf Unverständnis. Und schon ziehst du dich zurück und überdenkst alles.

„Nicht mehr alles zerdenken, einfach machen“
„Wenn man etwas getan hat, und es nicht akzeptiert wird, umdrehen und gehen“
„Sich und seine Gedanken an erste Stelle stellen“


Ich glaube, dass würde ein Punkt sein, der bei mir hart an die Grenze geht. Weil ich ALLES zerdenke. Und ich jeden anderen Gedanken immer zuerst stelle, bevor meiner kommt. Mutig genug sein, dass durchzuführen? Weiß ich nicht. Aber wenn ich das so lese, würde ich es gerne können.

„Etwas tun, was man sonst nicht tut“
„Für die einen ist es Fallschirm Springen, für die anderen ein Anruf/Arzt Termin“
„Eine To Do liste, was man nie machen würde und das abarbeiten“


Auch das gehört zum mutig sein. Sachen im Leben machen, die man nie machen würde. Einfach versuchen. Bis an den Rand gehen. Bei Höhenangst soweit es geht den Berg erklimmen. Bei Angst vor Bienen langsam vorwagen. Den Telefonhörer in die Hand nehmen, bis drei zählen und es immer wieder versuchen. Mit dem eigenen Auto in eine verdammt kleine Tiefgarage fahren (jap, das war so mein Thema).

Und dann kamen einheitlich Antworten, die genau das in mir bewegt hatten, wovor ich Angst hatte. Weswegen ich unter anderem mutiger sein wollte.

„Die Komfortzone verlassen“
„Aus der eigenen Komfortzone ausbrechen“
„Für sich selber einstehen“


Wisst ihr, Anfang des Jahres fiel die Entscheidung für die Weltenpapierflieger nicht nur wegen Bücher, Reisen oder Nerdstuff. Nein, ich wollte damit auch eins bezwecken. Ich wollte mehr von MIR.
Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich einen Spruch gelesen:

„Achte darauf, dass du dieses Jahr auf den Bildern bist. Lehne es nicht ab. Irgendwann wird jemand weinen und glücklich sein, weil er genau dieses Bild mit dir hat.“

Und Leute, von mir gibt es wahrlich kaum Bilder. Weil ich mich nicht mag. Ich mag meine Nase nicht. Mir wurde jahrelang gesagt: Du bist zu dick für ärmelfrei. Das kannst du nie im Leben tragen.
Ich hab mich von den Fotos gewieselt, weil ich den anderen das Bild nicht verderben wollte.

Aber wisst ihr was? Auch damit ist jetzt Schluss.
Während Weltenpapierflieger bisher nur mit den Bildern aus Anna bestand, habe ich mit den Gedanken an euren Antworten neue Bilder gemacht.
Jetzt wird es auch mich zu sehen geben. Ich breche aus meiner Komfortzone raus. Ich weiß, dass ich jedesmal Angst davor haben werde.
Aber ich werde mutig sein. Ich werde mehr das Leben genießen. Ich werde meine Meinung sagen, werde für sie einstehen. Ich nehme mir die Freiheit, weiterhin über mein Leben nachzudenken und nicht mehr so sorglos zu sein wie ichs war. Weil verdammt, auch ich werde älter und ja ich freue mich drauf!

Danke. Danke, dass ihr mir geholfen habt.
Danke, dass ich, nein, dass wir alle nicht alleine sind.
Denn das sind wir nicht. Jeder von uns hat etwas, weswegen er mutig sein muss.
Und wir werden es schaffen. Jeden Tag aufs Neue!

Eure Sasi

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